FDP Ganderkesee

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80 Quadratmeter im Ortskern gesucht - Ganderkeseer Tafel-Ausgabestelle braucht mehr Platz 

Ganderkeseer Tafel - Ausgabestelle
Diskutieren über die Tafel-Ausgabestelle: (von links) Basil Taifour, Waltraud Bergmann, Hannelore Schülke, Irena Japs und Sepan Lawand von der Tafel sowie Christian Dürr, Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion, und die Ganderkeseer FDP-Fraktionsvorsitzende Marion Daniel. Foto: Katja Butschbach
 
Ganderkesee. Die Tafel in Ganderkesee hat sich so organisiert, dass sie auf 29,8 verfügbaren Quadratmetern ihre Arbeit leisten kann. Beim Besuch der FDP machten Aktive klar, dass dringend mehr Raum nötig ist.

In drei Reihen stehen die Körbe nebeneinander, in die die Lebensmittel für die Tafelgäste gefüllt werden. Tafel-Mitarbeiterin Waltraud Bergmann macht vor, wie auf der schmalen Ausgabetheke die Arbeit möglichst effizient gestaltet wird. Im hinteren Raum der Tafel stehen Tiefkühler und Kühlschrank, wo die Ware zwischengelagert wird.

Neuer Raum und finanzielle Hilfe benötigt
Die Tafel sucht, so berichten Waltraud und Fritz-Werner Bergmann, aktiv nach neuen größeren Räumen als den 29,8 derzeit verfügbaren Quadratmetern. Ideal wären 80 Quadratmeter im Ortskern. Fritz-Werner Bergmann bat den FDP-Landtagsabgeordneten Christian Dürr beim Besuch der hiesigen FDP, Innenminister Boris Pistorius zu fragen, ob es bei Umbaumaßnahmen finanzielle Hilfe geben könne.

247 Menschen werden versorgt
247 Menschen versorgt die Ausgabestelle Ganderkesee der Tafel Delmenhorst, darunter sind 98 Kinder. Gegen 12 Uhr kam am Mittwoch der Wagen mit den Lebensmitteln aus Delmenhorst und wurde schnell ausgeräumt: Ausgabe ist von 14.30 bis 16.30 Uhr: 50 Personen kommen zur Tafel, um die Lebensmittel für ihre Familien abzuholen. Pro Erwachsenem zahlen sie zwei Euro, pro Kind einen Euro.

95 Flüchtlinge unter den Gästen
95 der Tafelgäste sind Flüchtlinge; mit Basil Taifour und Sepan Lawand sind auch zwei Flüchtlinge im Team der Tafel. Die Versorgung der Menschen aus anderen Ländern stellt für die Tafel eine Herausforderung dar. So kann nicht jedes Fleisch an die Menschen herausgegeben werden, auch Gelatine ist laut Fritz-Werner Bergmann problematisch. Immer mehr Flüchtlinge werden von der Tafel versorgt: Erst am Mittwoch kam eine Familie mit drei Kindern aus Syrien hinzu. Die Menschen kommen dann zur Tafel, wenn sie eine eigene Wohnung haben – in Steinkimmen, meint Waltraud Bergmann, würden sie erst einmal zentral versorgt.

„Die netteste Tafel Deutschlands“
Auch wenn am Ende eines Tafel-Tages nicht alle Lebensmittel von Gästen mitgenommen worden sind: Weggeworfen wird nichts. So werden Reste von Bürgern abgeholt und als Tierfutter verwendet.

Waltraud Bergmann hofft, dass die Tafel neue Räume findet. „Und dann kommen wir wieder und gucken“, so die Ganderkeseer FDP-Fraktionsvorsitzende Marion Daniel optimistisch. Dürr lobte: „Das Engagement hier ist überdurchschnittlich.“ Waltraud Bergmann: „Wir sind die netteste Tafel Deutschlands.“

Quelle: Delmenhorster Kreisblatt vom 13.08.2015

Lebensmittelausgabe: Tafel braucht mindestens 80 Quadratmeter

Ganderkeseer Tafel - Ausgabestelle
Eng ist es: Marion Daniel (von rechts) und Christian Dürr informierten sich in der Tafel-Ausgabestelle bei (von links) Basel Taifour, Waltraud Bergmann, Hannelore Schülke, Irena Japs und Sepan Lawand. Bild: Hergen Schelling
 
Neue Räumegesucht – Zulauf durch Flüchtlinge
Die Tafel-Ausgabestelle in Ganderkesee ist zu klein geworden. Inzwischen sind fast 250 Kunden registriert, davon 20 Prozent Flüchtlinge.
von Hergen Schelling    

Ganderkesee -  Die Tafel platzt aus allen Nähten! „Wir brauchen mehr Platz“, das muss Fritz-Werner Bergmann den Besuchern von der FDP am Mittwochnachmittag eigentlich gar nicht sagen – sie sehen ja mit eigenen Augen das Gedränge in der kleinen Ausgabestelle der Delmenhorster Tafel am Ring in Ganderkesee: Hinter der schmalen Ladentheke, die vollgestellt ist mit Körben, versuchen vier Tafel-Mitarbeiter, sich beim Bedienen nicht gegenseitig auf die Füße zu treten, und vor ihnen stehen die Kunden dicht gedrängt, die meisten müssen draußen vor der Tür warten.
 
Und von Woche zu Woche werden es mehr: Vor allem die wachsende Zahl der Flüchtlinge beschert der Tafel starken Zulauf. Inzwischen sind 247 Personen, darunter fast 100 Kinder, als Kunden der Ganderkeseer Ausgabestelle registriert; knapp 20 Prozent davon sind Flüchtlinge – Tendenz: stark steigend. Genügend Lebensmittel sind stets vorhanden, das ist nicht das Problem. Es ist nur viel zu eng auf den, so Bergmann, „29,8 Quadratmetern inklusive Klodeckel“. Gebraucht würden mindestens 80 Quadratmeter, möglichst in zentraler Lage.
 
„Wir nehmen das auf“, versicherten FDP-Ortsvorsitzende Marion Daniel und Christian Dürr, Landtags-Fraktionschef der Liberalen, die sich mit weiteren Parteifreunden am Mittwoch ein Bild von der ehrenamtlichen Tafel-Arbeit machten. „Großartig, wie hier die Leute die Ärmel hochkrempeln“, lobte Dürr.
 
„Wir bekommen aber auch viel zurück“, berichtete Waltraud Bergmann, die die Lebensmittelausgabe koordiniert. Aus Kunden-Kontakten entstehen persönliche Beziehungen, und dann werden die Tafel-Helfer auch schon mal zu einer syrischen Geburtstagsfeier eingeladen.
 
Zur Integration trägt die Ausgabestelle ebenfalls bei: Basel Taifour und Sepan Lawand, zwei junge Syrer, helfen ebenso mit wie Irena Japs aus Weißrussland. Gerade mit Blick auf die hohe Zahl an Flüchtlingen sind sie für die Aufgabe bestens geeignet, schließlich kennen sie die Ernährungsgewohnheiten in der arabischen Welt. „Wir achten darauf, dass wir Muslimen kein Schweinefleisch geben“, erklärt Waltraud Bergmann. Auch Hähnchen geht nicht, Rind oder Pute nur, wenn es „halal“ ist, also „zulässig“ geschlachtet.
 
Auch an diesem Mittwoch bleiben am Ende der Ausgabe viele Fleisch- und Wurstwaren übrig. Das werde nachher abgeholt und an Tiere verfüttert, versichert Waltraud Bergmann. „Bei uns wird nichts weggeworfen!“

Quelle: Nordwest-Zeitung vom 13.08.2015



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