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Torf-Ersatz gibt Gärtnern zu denken

Gärtnerei Melle
Handarbeit spielt in der Gärtnerei Melle nach wie vor eine große Rolle, wie Carolin Melle (hinten, 4. von links) und Cord Drücker (rechts) der FDP zeigten. Bild: Karsten Kolloge

FDP zu Gast bei Melle – „Indien-Importe ökologisch fragwürdig“ – Versuche angelaufen
Carolin Melle und Cord Drücker stellten den Betrieb vor. Der Schwerpunkt: Heidepflanzen.
von Karsten Kolloge   

Birkenheide -  Der stetige Rückgang beim Torfabbau stellt Deutschlands Gärtnereien offenbar vor erhebliche Probleme. „Es gibt nicht genügend Alternativen“, mahnte Cord Drücker, Betriebsleiter der Gärtnerei Melle, am Freitag bei einem Besuch der FDP Ganderkesee. Für ihn ist fraglich, ob der Einsatz manch eines Ersatzstoffes ökologisch sinnvoll ist. Das Unternehmen an der Birkenheider Straße 101 hat Versuche mit Kokosfaser und Baumschredder begonnen.

„In den nächsten zehn Jahren fallen in Deutschland 50 Prozent der Torfabbaurechte weg“, sagte Drücker zu seinen Gästen, unter denen auch der Landtagsabgeordnete Christian Dürr war. Als Alternativen seien neben Kokosprodukten auch Pinienrinde oder Grünkompost, Holzfaser oder Reisspelzen denkbar. Allerdings müsse man wissen, dass zum Beispiel die Kokosfaser „um den halben Globus“ aus Indien importiert werde und dort vorm Export mit Trinkwasser gewaschen werde.

Bei Christian Dürr stießen diese Bedenken auf offene Ohren. In Sachen Torfabbau sei Naturschutz mit Augenmaß gefragt – zumal dann, wenn der Einsatz von Ersatzstoffen aus dem Ausland ökologisch höchst fragwürdig sei. Da würden Probleme in andere Länder verlagert. Dürr wies darauf hin, dass Torfabbau heute nicht etwa in Naturschutzgebieten stattfinde, sondern in landwirtschaftlich genutzten Flächen. Im Falle auslaufender Abbaurechte sollten Flächen vermehrt an die Landwirtschaft zurückgegeben werden.

Zuvor hatten Drücker und Inhaberin Carolin Melle die Geschichte der 1946 von Georg und Grete Melle gegründeten Gärtnerei beleuchtet. In der Anfangszeit habe Gemüseanbau eine große Rolle gespielt. Günter Melle, Sohn der Gründer (Drücker: „Er hat Gärtner gelebt“), habe sich mehr und mehr auf Sommerblumen konzentriert, sich später auch verstärkt den Heidepflanzen gewidmet.

Als bei der Heidepflanze Calluna neue Züchtungen mit intensiven Farben und einer vergleichsweise beständigen Frische auf den Markt kamen, habe der Betrieb begonnen, sich hier Lizenzen zu sichern. „Dieser Zug hat unheimlich Fahrt aufgenommen“, berichtete Drücker. Nach dem Umzug des Unternehmens von der Grüppenbührener Straße nach Birkenheide würden heute auf etwa 17 Hektar Heidepflanzen kultiviert, pro Saison etwa zwei Millionen Stück. Die Pflanzen würden deutschlandweit vertrieben.

Das Unternehmen setze auf Qualität, ein Großteil der Arbeiten werde per Hand erledigt. Daran habe sich auch nach dem Tod von Günter Melle im Mai 2011 nichts geändert. Heute habe der Betrieb 15 Mitarbeiter. Etwa 80 Prozent des Umsatzes entfallen auf Heide-, 20 Prozent auf Sommerpflanzen.

Bei dem Rundgang wurde auch ein „fliegendes Problem“ angesprochen: Auf der Suche nach Maden würden Krähen Pflanzentöpfe umwerfen – Tausende pro Tag.

Quelle: Nordwest-Zeitung vom 21.06.2014

Von der Lizenzabnahme bis zur Heidepflanze

Gärtnerei Melle

Ganderkeseer FDP und Landtagsabgeordneter Christian Dürr besuchen die Gärtnerei Melle

Birkenheide (ti). Lizenz erwerben, stechen, setzen, pflegen: Wie viel Aufwand nötig ist, bis es die Sommerpflanze im Geschäft für den Verbraucher zu kaufen gibt, davon haben sich gestern Mitglieder der Ganderkeseer FDP bei einem Besuch der Gärtnerei Melle überzeugt. Mit von der Partie war auch der FDP-Landtagsabgeordnete Christian Dürr. Durch den Betrieb in Birkenheide führte Betriebsleiter Cord Drücker. Die Gärtnerei Melle, die 1946 von Grete und Georg Melle gegründet wurde, beschäftigt 15 Mitarbeiter. Ausgebildet wird in dem Betrieb nicht, es gebe zu wenig Jugendliche, die den Beruf ergreifen möchten und dafür geeignet seien, gibt Drücker seine Erfahrung wieder.

Bis aus einem winzigen Setzling eine Heidepflanze geworden ist, die bereit für den Verkauf ist, vergehen 20 Monate, erklärte Drücker den interessierten Besuchern. In dieser Zeit wachse der Setzling heran — zunächst gut behütet im Gewächshaus, später draußen im Beet, wo er regelmäßig bewässert und beschnitten wird.

Wenngleich Melle in Ganderkesee besonders für seine prachtvollen Geranien bekannt ist, so bildet doch die Heide mit 80 Prozent der im Betrieb produzierten Ware das Hauptgeschäft. „Von sieben auf 17 Hektar Anbaufläche ist dieser Bereich gewachsen“, so Drücker. „Wir kultivieren 40 Sorten Heide, das ist nicht ohne. Jede Sorte möchte anders behandelt werden“, macht Drücker deutlich. Insbesondere, da großer Wert auf die Qualität der Pflanzen gelegt werde. So würde hier besonders hochwertige Heide produziert, so genannte Knospenblüher, die weit länger als herkömmliche Heide ihre Farbe behalten. Um diese Pflanzen ziehen zu dürfen, müsse für jede einzelne Pflanze eine Lizenz erworben werden. Dennoch gebe es auch Pflanzen neben der Heide, die in Birkenheide wachsen. Noch recht neu im Bestand sei die Boronja, das so genannte „Duftsternchen“.

Quelle: Delmenhorster Kreisblatt vom 21.06.2014


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