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Pflege braucht vor allem Geld

Dreikönigstreffem der FDP Ganderkesee: Thema Pflege
Thema Pflege: FDP-Ortsvorsitzende Marion Daniel (von links) und Moderator Christian Dürr begrüßten zur Diskussion Helmut Glenewinkel, Jürgen Vosteen, Friedrich Mohn und Alice Gerken-Klaas
Bild: Hergen Schelling

Experten werfen Blick in die Zukunft – Ganderkesee „gut aufgestellt“
Über die Zukunft der Pflege wurde beim FDP-Dreikönigstreffen diskutiert. Rund 50 Gäste hörten am Dienstag zu. 
von Hergen Schelling   
Stenum -  Was die Anzahl und Qualität der Pflegeangebote angeht, sei die Gemeinde Ganderkesee „im Augenblick gut aufgestellt“. Dieser Einschätzung von Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas wurde am Dienstagabend in Lüschens Bauerndiele in Stenum nicht widersprochen. Nur: „Wie geht es weiter?“ – das war die zentrale Frage der Podiumsdiskussion, zu der die Ganderkeseer FDP anlässlich ihres Dreikönigstreffens eingeladen hatte.

Und der Blick in die Zukunft fiel ungleich schwerer als die Bestandsaufnahme der Gegenwart. Denn schon die Zahl der Pflegebedürftigen im nächsten Jahrzehnt ist ungewiss. Eine 78-prozentige Steigerung auf 6600 Pflegefälle im Landkreis Oldenburg bis 2030 hat jetzt die Krankenkasse Barmer GEK prophezeit (die NWZ  berichtete). „Das kann ich kaum glauben“, räumte Jürgen Vosteen, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes, ein.

Vosteen wie auch Friedrich Mohn, Leiter der Altenhilfe gGmbH im Elmeloher Wichernstift, ließen keinen Zweifel daran, dass die Pflege mehr Geld benötigt – vom Staat, aber auch vom Bürger. Schon jetzt, beschrieb Mohn, würden gelegentlich „ganze Familienträume zerplatzen“, wenn Angehörige unvermittelt erfahren, wie viel sie trotz Pflegeversicherung noch dazubezahlen müssen. Mit Beträgen zwischen 1200 und 1600 Euro im Monat sei der Eigenanteil in der Region zwar noch moderat, aber schon eine höhere Pflegebedürftigkeit könne dann das Budget einer Familie sprengen. Bereits jetzt werden laut Mohn 30 Prozent der Bewohner im Wichernstift von den Sozialhilfeträgern unterstützt.

Eine Erhöhung der in Niedersachsen vergleichsweise niedrigen Pflegesätze wäre ein Lösungsansatz – „aber auch da reden wir über das Portemonnaie der Versicherten und Angehörigen“, stellte Helmut Glenewinkel als vierter Vertreter in der von FDP-Landtagsfraktionschef Christian Dürr moderierten Runde klar. Der Geschäftsführer Pflege der AOK Niedersachsen sprach sich dafür aus, mehr Steuergelder in die Pflege zu investieren. Die Pflegeversicherung allein sei überfordert.

Mehr Geld im System, darin waren sich die Diskussionsteilnehmer einig, wäre auf jeden Fall auch erforderlich, um den Pflegekräften angemessene Löhne zu zahlen – und ihnen zu ermöglichen, bei der Pflege „nicht immer auf die Uhr schauen zu müssen“, wie Jürgen Vosteen sagte. Die Pflegeberufe bräuchten zudem „eine höhere gesellschaftliche Anerkennung.“

Wie es weitergeht in der Pflege, hängt also vor allem vom Geld ab. Aber auch vom Handeln: Die Gemeinde Ganderkesee, so Alice Gerken-Klaas, werde im Frühjahr eine Anlaufstelle im Rathaus einrichten, die ratsuchenden Angehörigen Kontakte und Informationen vermittelt. Ein erster kleiner Schritt in die Zukunft der Pflege.

Quelle: Nordwest-Zeitung vom 29.01.2014



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